Das jüngste EuMBC-Treffen in Köln, das am 14. und 15. Oktober stattfand, bestätigte, wie zentral das Thema Regulierung heute für die thermoplastische Compoundindustrie ist. Die Veranstaltung, die von Sun Chemical ausgerichtet wurde, sah die aktive Teilnahme von Daniele Magni, Product Regulatory Technician, und Cristiano Citterio, Product Regulatory Affairs Manager bei LATI, Protagonisten einer intensiven Diskussion über Themen, die die Zukunft des Sektors verändern werden.
EuMBC, eine Sektorgruppe von EuPC, deren LATI Gründungsmitglied ist, hat die Aufgabe, europäische Unternehmen im Compound- und Masterbatch-Sektor im Dialog mit Institutionen zu vertreten. Ziel ist es, die wichtigsten regulatorischen Herausforderungen konstruktiv anzugehen und Sicherheit, Transparenz und freien Warenverkehr in einem sich schnell entwickelnden Kontext zu fördern.
PPWR und Nachhaltigkeit: mehr als ein Ziel, eine Verantwortung
Zu den am meisten diskutierten Themen während des Treffens gehört die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Zu den wichtigsten Neuerungen gehören:
- Verbot von PFAS in Verpackungen ab der zweiten Hälfte des Jahres 2026;
- Definition von besorgniserregenden Stoffen für Verpackungen;
- Ausweitung der Verpflichtungen zur Wiederverwendung und zum Recycling auch auf den B2B-Sektor.
Diese Verordnung stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft dar, birgt aber erhebliche Herausforderungen für Compoundhersteller, die aufgefordert sind, funktionelle, sichere und nachhaltige Materialien zu gewährleisten.
MOCA und Reinheit: die Auswirkungen der 19. Änderung der Verordnung (EU) Nr. 10/2011
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die jüngste Änderung der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 über MOCA (Materialien und Gegenstände in Kontakt mit Lebensmitteln), die das Konzept der „hohen Reinheit“ einführt. Dies beinhaltet:
- Bewertung von NIAS (Non Intentionally Added Substances);
- Weitergabe von Informationen über die gesamte Lieferkette;
- Größere Verantwortung auch für diejenigen, die das fertige Produkt auf den Markt bringen.
Die Einhaltung der Lebensmittelvorschriften erfordert heute eine enge Zusammenarbeit zwischen Basisherstellern, Verarbeitern und Endverbrauchern.
Mikroplastik und Rückverfolgbarkeit: die neue europäische Verordnung
Auch der Kampf gegen die Mikroplastikdispersion hatte im Rahmen der Debatte breiten Raum. Die neue Verordnung befindet sich bereits in der Umsetzungsphase und sieht vor, dass:
- Bis Mai 2026 müssen Hersteller und industrielle Nutzer ein Reporting an die ECHA durchführen;
- Die operativen Verfahren wurden seit einiger Zeit durch das Operation Clean Sweep® (OCS) Zertifizierungssystem entwickelt.
Dies ist ein wichtiger Schritt für die ökologische Nachhaltigkeit und die Rückverfolgbarkeit über den gesamten Lebenszyklus des Materials.
Funktionelle Additive: Neue Bewertungen im Gange
An der Front der funktionellen Additive gibt es mehrere Neuigkeiten:
- Die Aufhebung der Einstufung von Titandioxid (TiO2) hat nach einem langen Rechtsstreit den Herstellern Erleichterung verschafft;
- Die Bewertung von Ruß wird für 2027 erwartet;
- Der französische Vorschlag zur Einstufung von Talkum als Carc. 1B wird diskutiert;
- Parallel dazu wurde ein verbandsübergreifendes Projekt ins Leben gerufen, um zusätzliche wissenschaftliche Erkenntnisse über den Matrixeffekt in polymeren Gemischen zu liefern.
Auch in diesem Bereich wird die Strenge des wissenschaftlichen Ansatzes bei der Steuerung der Regulierung entscheidend sein.
Compliance: von der Verpflichtung zum strategischen Hebel
Das Bild, das sich aus dem EuMBC-Treffen ergab, ist eindeutig: Die Einhaltung der Vorschriften ist keine einfache Anforderung mehr, sondern ein echter Wettbewerbsfaktor. Auf dem Laufenden zu sein, transparent, proaktiv und konstruktiv in Bezug auf regulatorische Änderungen zu sein, ist heute von grundlegender Bedeutung, um verantwortungsvoll und nachhaltig zu innovieren.
LATI, ein aktiver Teil des europäischen Industrieökosystems, bekräftigt sein Engagement für die Zusammenarbeit mit Branchenverbänden, technischen Interessengruppen und Institutionen, um Veränderungen zu antizipieren, Kunden zu unterstützen und Lösungen anzubieten, die sicher, konform und zukunftsorientiert sind.
